Liebe Delmenhorsterinnen und Delmenhorster,

 

das Aktionsbündnis RETTET DIE GRAFT hat sich auf Anregung der Zukunftswerkstatt der SPD-Deichhorst-Stadtmitte am 14. September 2011 offiziell als überparteiliche Initiative gegründet. Unser Ziel: Interessensvertretung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Delmenhorst mit den Zielen: Entwässerung und Wiederherstellung der Graft als Stadtpark, Klärung der Verantwortlichkeit für die Graftversumpfung sowie der Schadensersatzfrage.

Es gibt einen starken Aktivistenkreis, in dem sich auch betroffene Anlieger engagieren. Im Organisationsteam sind sieben Personen aus SPD, CDU und Linke, aber auch Parteilose, aktiv.

Seit 2011 bringen wir uns in die Diskussionen, Überlegun-gen und Beschlüsse seitens der Verwaltung, SWD und Stadtrat kritisch ein und begleiten aktiv den Entwicklungs-prozess zur Wiederherstellung der Graft.

Der Anstieg des Grundwassers ist aber nicht nur ein Problem für die Graft als Stadtpark. Bürgerinnen und Bürger berichten seit Beginn des Graftdramas über eine Bedrohung und Schädigung der anliegenden Grundstücke und Gebäude.

In diversen öffentlichen Veranstaltungen haben wir zu-sammen mit Betroffenen, Interessierten und Pressevertretern über die Situation informiert und diskutiert. Wir haben Maßnahmen zur Hilfe und Einflussnahme besprochen und vorgeschlagen.

Mit Pressemitteilungen, Klagen und Dienstaufsichts-beschwerden sowie in unzähligen Gespräche mit Verantwortlichen haben wir - stets auf sachlicher Ebene - unsere Positionen deutlich gemacht. Als der Stadtrat im Juni 2013 einen mehrheitlichen Beschluss zur erneuten Trinkwasserförderung gefasst hatte dachten wir, dass einer Lösung des Problems nichts mehr im Wege stehen würde.

Leider weit gefehlt.

Es folgte ein weiterer Beschluss des Rates, der zunächst gutachterlich prüfen sollte, ob eine Wiederaufnahme der Trinkwasserförderung in der Graft überhaupt möglich ist.

Diese  5-seitige „Expertise“  liegt nach nunmehr über einem Jahr seit Ende 2014 vor. Ergebnis: Trinkwassergewinnung ist nicht möglich, da der Bedarf der Stadt Delmenhorst durch den Einkaufsvertrag mit dem OOWV gedeckt ist.

Nun geht  es darum, den Vertrag mit dem OOWV

aufzulösen, damit der Bedarf an zusätzlichen Trinkwassermengen wieder gegeben ist und die Stadt die notwendige Bewilligung erteilen könnte.

Die aktuelle Situation stellt sich heute wie folgt dar: Anstatt noch einmal Verhandlungen mit dem Vertragspartner OOWV aufzunehmen, wiederholen sich die Debatten der letzten Jahre  (Gräben, Drainage, provisorische Grundwasserabsenkung, Trinkwasserförderung etc.). Der eigentlichen Problemlösung wird ausgewichen.

Der bestehende Stadtratsbeschluss zur erneuten Trinkwasserförderung scheint das Papier nicht wert zu sein, auf dem er gedruckt ist.

Wenn jetzt sogar bei der erneut eingetretenen Überschwemmung der Graft ein Zusammenhang zwischen der halbierten Grundwasserförderung und dem damit verbundenen Grundwasseranstieg bestritten wird, kann man es nur noch als einen untauglichen Versuch ansehen, die Delmenhorster Bevölkerung für dumm erklären zu wollen.

Aber zur Erinnerung: Auch das ist uns nicht neu. Schon 2011 waren Regen, Frost und wahrscheinlich auch der liebe Gott an der Katastrophe Schuld; SWD und Stadtverwaltung jedenfalls nicht.

Wenn wir uns von SWD und Stadtverwaltung nicht weiter am Nasenring durch die Manege ziehen lassen wollen, wird es jetzt höchste Zeit, dass wir uns dagegen wehren und dem Stadtrat den Rücken stärken.

 

Wir haben daher auf dieser Seite eine Petition verfasst, mit der wir den Beschluss des Rates zur erneuten Trinkwasserförderung in der Graft unterstützen und die Umsetzung fordern. Dieser Petition können auch Sie sich anschließen.

 

Zur Versachlichung der Debatte über grundwasserbedingte Grundstücks- und Gebäudeschäden von Mitbürgerinnen und Mitbürgern haben wir ein Formular eingestellt, mit dem Sie uns bei Bedarf Ihre Schäden mitteilen können.

 

Zusätzlich werden wir im Laufe der nächsten Wochen an dieser Stelle alle uns zur Verfügung stehenden Dokumente (Ratsbeschlüsse, Schriftwechsel, Gutachten, Karten, Expertisen, Fotos etc.) veröffentlichen.

Februar 2015: Die Graftversumpfung und das Baumsterben gehen weiter.